Persönlichkeit

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Die Beschreibung der Persönlichkeit eines Menschen beschäftigt Psychologen bereits seit Jahrzehnten. Mittlerweile existiert bei vielen Wissenschaftlern die Überzeugung, dass sich die Persönlichkeit am besten als hierarchisch organisierte Struktur beschreiben lässt. Die Persönlichkeit ist nicht direkt beobachtbar, sondern gewohnheitsmäßige Verhaltensweisen oder Selbstauskünfte geben Hinweise auf Persönlichkeitseigenschaften.

Das Fünf-Faktoren-Modell (FFM) der Persönlichkeit ist ein weitverbreitetes und gut erforschtes Modell zur Beschreibung der hierarchischen Persönlichkeitsstruktur eines Menschen (Costa & McCrae, 1992). Es wird davon ausgegangen, dass es auf der obersten Organisationsstufe fünf Persönlichkeitsfaktoren gibt, mit denen sich die meisten Unterschiede im menschlichen Verhalten erklären lassen. Jeder dieser Faktoren kann auf der nächsten Stufe durch spezifischere Facetten definiert werden.

Die fünf Faktoren wurden folgendermaßen genannt: Extraversion, Gewissenhaftigkeit, Offenheit für Erfahrungen, Emotionale Stabilität (oder Neurotizismus) und Verträglichkeit.

Im Fragebogen zur Selbsteinschätzung der Persönlichkeit, den wir während der Langen Nacht der Wissenschaften 2015 eingesetzt haben, wurde nur ein kleiner Teil der Persönlichkeit erfasst. Der Fokus lag auf dem Faktor Gewissenhaftigkeit im Allgemeinen und zwei Unterfacetten (Leistungsstreben und Selbstwirksamkeitserwartung). Alle drei Bereiche wurden mit jeweils 10 Fragen (Items) erfasst. Viele Studien belegen, dass eine hohe Ausprägung der Gewissenhaftigkeit mit beruflichem Erfolg (u.a. Arbeitsleistung, Führungserfolg) assoziiert ist (z.B. Barrick & Mount, 1991; Judge, Bono, Ilies & Gerhardt, 2002). Die Erfassung erfolgte in Anlehnung an den NEO-PI-R nach Ostendorf und Angleitner (2004) sowie an Gough’s California Psychological Inventory (CPI).

Für jeden Persönlichkeitsbereich finden Sie hier eine Verteilung der individuellen Mittelwerte für alle Teilnehmenden (Verteilung - MW-Gewissenhaftigkeit, Verteilung - MW-Leistungsstreben, Verteilung - MW-Selbstwirksamkeitserwartung).

Außerdem kann ein Gesamt-Mittelwert über alle Teilnehmenden für jeden Bereich gebildet werden. Der Gesamt-Mittelwert ist nur bedingt aussagekräftig, daher wird eine obere und untere Grenze angegeben. Dieses sogenannte Konfidenzintervall gibt denjenigen Bereich an, in dem der wahre Wert mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit liegt (Überdeckungswahrscheinlichkeit). Es wird meist für eine Wahrscheinlichkeit von 95 Prozent berechnet. Da psychologische Verfahren messfehlerbehaftet sind, ist ein Punktwert nur bedingt aussagekräftig und entspricht daher auch nur bedingt dem „wahren“ Wert. Messfehler entstehen durch Umgebungsbedingungen, Ihre aktuelle Stimmungslage, etc. aber auch eine gewisse Unzuverlässigkeit des Messinstruments. Das Konfidenzintervall berücksichtigt den Einfluss des Messfehlers und bietet daher eine präzisere Schätzung.